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2019
...Vitamine für die Seele
Durchbruchteller mit aufgelegten naturalistischen Porzellan-Blumen als Schaugericht zu einer Desserttafel. Die durchbrochene Fahne des Tellers hat zusätzlich ein Relief.
Porzellan-Manufaktur Meissen, um 1750,
Durchmesser 26 cm, H 7 cm.
Das Relief auf der durchbrochenen Fahne des Tellers lässt erkennen, dass dieses Schaugericht im Zuge des „Brühlschen Allerlei“ entstanden ist. Graf Brühl war zu dieser Zeit Direktor der Manufaktur und hatte nicht nur das Schwanenservice in Auftrag gegeben, sondern auch das Service, das als „Brühlsches Allerlei“ in die Formsprache der Meissener Manufaktur einging. Das Dekor bestand aus Gemüse, Obst und Blumen.
Schon Ende des 17. Jh. und besonders zur Zeit des Barocks wurden von den Hofzuckerbäckern wahre Meisterwerke zum Tafelschmuck aus Wachs oder Zuckerwerk gefertigt. Um Landschaften und Blumen zur Tafelzierde aus Zuckerwerk nachzubilden, wurde Tragant mit der Zuckermasse verbunden. Tragant (Astragalus) ist Harz aus dem Boxdornstrauch, weiß, glatt und geschmackslos, knetbar und nach dem Trocknen hart wie Stein.
Als dann Anfang des 18. Jh. Porzellan in Europa entdeckt wurde, bot sich Porzellan zur Tafelzier mit seiner Vielseitigkeit der Bemalung geradezu an, war zweifellos länger haltbar und nicht so empfindlich wie Wachs oder Zuckerwerk.
Oft wurde der Tafelschmuck nach dem Hauptgang ausgetauscht und für den „Nach-Tisch“ neu aufgestellt. Zu diesen Zweck dienten solche Teller, wie einer davon auf dem Foto zu sehen ist.
Schaugericht bedeutet: Nur schauen, nicht essen!
Restaurierung durch die Porzellanwerkstatt:
Generalreinigung aller Details des Tellers. Vergilbte, alte und falsche Ergänzungen entfernt. Fehlende Blüten und Blätter formgerecht ergänzt und farblich der Umgebung angeglichen.
Arbeitsaufwand: 20 Stunden
Informationen aus:
Langeloh Porcelain: 100 Jahre Porzellane und Fayencen des 18. Jh., 1919 - 2019. Weinheim 2019, Seiten 160f.
Ulrich Pietsch [Hrsg.]: Schwanenservice. Meissener Porzellan für Heinrich Graf von Brühl. Edition Leipzig, Leipzig 2000, S. 109ff.
Bayrisches Nationalmuseum, Inv. Nr. 1561
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